Ausgiebiger Test der Insulinpumpe MiniMed 640G beim Ironman Lanzarote

In der Woche vor dem Wettkampf testete ich vorsichtshalber ein paar Mal, ob die neue Pumpe auch wirklich wasserdicht ist …sicher ist sicher 😉 und auch wie ich sie am besten unter den Neo stecke. Beides funktionierte bestens und so war ich guter Dinge für den Wettkampf.

 Am Wettkampfmorgen war ich deutlich entspannter als sonst, denn mein Problem, meine Pumpe am besten so kurz wie möglich vor dem Start noch in den Wechselbeutel zu bringen, da sie nicht wasserdicht ist und ich sie somit erst beim Rad fahren anlegen kann, hatte ich nicht mehr. Die MiniMed 640G ist wasserdicht und somit konnte ich, wie alle anderen Athleten auch, frühzeitig die Wechselzone verlassen und zum Start gehen.

Eine Stunde vor dem Start war mein Blutzucker zu niedrig, so dass der Smart Guard (eine neue Funktion der MiniMed 640G, die bei Näherung eines vorgegebenen Grenzbereiches die Insulinzufuhr unterbricht) aktiv wurde. Zusätzlich nahm ich noch ein halbes Gel, so dass ich mit einem Blutzucker von 120 mg/dl den Wettkampf begann. Eigentlich eine super Ausgangslage. Während des Schwimmens (3.8 km) hatte die Pumpe unter dem Neo offenbar den Kontakt zum Sensor verloren. Sie zeigte mir in der Wechselzone an, dass es bis zu 15 Minuten dauern wird, bis die Verbindung wieder da ist. Dies hatte ich zuvor natürlich nicht ausprobiert aber ich verließ mich mal darauf und machte mich guter Dinger auf die 180km lange Radstrecke. Nach ca. 15 Minuten guckte ich mal nach, ob sie auch dies hielt, was sie versprach. Und ja tatsächlich mein Blutzuckerwert erschien im Display. Dabei fielen mir allerdings zwei kleine Nachteile gegenüber der alten Pumpe auf. Das Display ist jetzt nicht mehr quer sondern im Hochformat, was das drauf gucken während des Radfahrens ein wenig komplizierter macht. Ebenso gibt es nun eine Tastensperre, prinzipiell und im Alltag sicherlich sehr sinnvoll, doch während voller Fahrt sind mir so wenig Tastendrücke wie möglich dann doch lieber ;)! Dennoch ließ sich alles bestens handhaben und so konnte ich auch gleich mal einen Bolus hinzugeben, da mein Blutzucker während des Schwimmens auf 250 mg/dl angestiegen war. Wahrscheinlich hätte ich dem Smart Guard völlig vertrauen sollen und das zusätzliche halbe Gel sorgte dann für den nicht geplanten Blutzuckeranstieg. An Insulinmangel konnte es ja erstmalig nicht gelegen haben, da ich ja das erste Mal auch auf der Schwimmstrecke dank der Wasserdichtigkeit der neuen MiniMed 640G, mit Insulin versorgt war. Mit vollem Vertrauen in die Smart Guard Funktion war ich mit der Boluszugabe auch nicht so zaghaft wie bei den vorherigen Wettkämpfen. So habe ich es z.B. einen Monat zuvor bei der Challenge Fuerteventura nicht geschafft meinen Blutzucker runter zu bekommen, da ich zu sparsam Boli hinzugefügt habe, aus Angst ich könnte unterzuckern. Diese Angst wurde mir nun, dank Smart Guard, komplett genommen. Es funktionierte, relativ schnell fiel mein Blutzucker auf 140 mg/dl. In diesem Bereich konnte ich ihn dann auch trotz Kohlenhydrataufnahme halten. Perfekt, genau so sollte es sein.
Zu Beginn der Laufstrecke (42.2 km) habe ich ein paar Kohlenhydratgels mehr benötigt, so dass der Blutzucker zu stark anstieg. Auch hier reagierte ich wieder mit einem Bolus. Diesmal anscheinend tatsächlich ein wenig zu viel, bzw. kamen die Kohlenhydrate nun nach 10 Stunden Belastung nicht mehr im Gewebe an, so dass der Blutzucker schnell abfiel. Aber da reagierte der Smart Guard sofort und schaltete die Insulinzufuhr ab. Super, da konnte ich das auch noch testen :)!

Als 10. Frau gesamt und schnellste Amateurin erreichte ich nach 10:59 Stunden überglücklich das Ziel. Die MiniMed 640G hat sicherlich einen Teil zu diesem erfolgreichen Ergebnis beigetragen.

Einziger wirklicher Kritikpunkt ;): Ich musste sie wieder abgeben und werde so bei den nächsten Wettkämpfen (der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Zell am See und der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii) wieder auf das alte System zurück greifen müssen :(!

Hier seht ihr meinen Sensorverlauf während des Wettkampfes mit der neuen MiniMed 640G (temporäres Basal 35%):

SensorLanzaIm Vergleich dazu der Sensorverlauf bei der Challenge Fuerteventura mit der MiniMed Veo (temporäres Basal 30%):

SensorFuertePositiv zu vermerken ist auch noch, dass ich diesmal nicht einmal von einem Wettkampfrichter angehalten wurde, der glaubte dass ich unerlaubter Weise einen MP3 Player bei mir trage. Wie bei jedem Wettkampf hatte ich es auch hier zuvor angemeldet. Das erste Mal wurden sogar Fotos von meiner Pumpe gemacht und mir versprochen, dass es an die Wettkampfrichter weiter geleitet werde. Im Gegensatz zu vielen Wettkämpfen zuvor, scheint es tatsächlich funktioniert zu haben. Vielen, vielen Dank an die Organisatoren des Ironman Lanzarote dafür!

Mehr über die MiniMed 640G und die Ich-Bin-Ich Kampagne von Medtronic Diabetes findet ihr hier: www.minimed-ichbinich.de

5 Kommentare zu „Ausgiebiger Test der Insulinpumpe MiniMed 640G beim Ironman Lanzarote

  1. Hallo Rebecca,
    schade, dass du sie wieder abgeben musst. Warum eigentlich?
    Und endlich mal ein paar Kampfrichter, die nicht auf den Kopf gefallen sind 🙂 . Ich habe unseren Leuten, die mit waren von dir erzählt und was dir schon mit diversen Kampfrichtern passiert ist und dass du dadurch schon gute Platzierungen eingebüsst hast. Es gab nur Kopfschütteln. Deine kleinen Problemchen hat man dir beim Laufen gar nicht angemerkt. Die Platzierung ist der Hammer schlechthin
    Liebe Grüße und dass du die Pumpe bald dein Eigen nennen kannst
    Karina

    1. Liebe Karina,
      vielen, vielen Dank für Deine Wünsche :)!
      Hach, das wäre schön, wenn ich die Pumpe bald mein Eigen nennen könnte, aber leider ist es nicht so einfach an so ein Ding ran zu bekommen (wenn man nicht gerade einen Haufen Geld übrig hat ;))!
      Liebe Grüße und ich hoffe bis ganz bald mal wieder,
      Rebecca

  2. Hallo,
    vielen Dank für den Betrag! Sehr gut beschrieben, wie du mit den Herausforderungen umgehst. Ich bin gerade auf die MiniMed 640g von der ICT umgestiegen. Da ich teilweise auch sehr viel Sport mache, wie Hot Iron, Schwimmen oder Kitesurfing, interessiert mich das natürlich alles sehr. Bin sehr erstaunt, wie du dich mit so niedrigen Zucker (~ 100) in den Wettkampf wagst. Ich gehe im Wasser immer auf Nummer sicher…Hut ab! Das ist eine Wahnsinnsleistung.

    LG

    1. Hallo Christian,

      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich freue mich immer von anderen Sportlern mit Diabetes zu hören/lesen. Deine Entscheidung auf die MiniMed 640G umzusteigen wirst Du sicherlich nicht bereuen. Wenn Du Fragen hast, melde Dich ruhig!

      Liebe Grüße, Rebecca

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s