4. Platz bei der 70.3 Weltmeisterschaft (AK)

Oftmals gilt der vierte Platz ja als der undankbare Platz … Die Holzmedaille eben. Viele haben mich auch gefragt, ob ich enttäuscht bin. Aber nein, ich bin nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich habe die Holzmedaille gewonnen und bin damit total glücklich. Hättet ihr mich vor dem Rennen gefragt, hätte ich euch gesagt, wenn es die Top Ten werden, bin ich happy. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mit meinen mangelhaften Schwimmfähigkeiten bei einer WM und den schnellen 70.3 Mädels so weit nach vorne fahren und laufen kann. Nun aber von vorne ;):

Die Tage vor dem Rennen:
Am Mittwoch fuhren wir nach Zell am See bzw Schüttdorf, wo wir unsere Pension hatten. Was sich auch als goldwert herausstellte. Durch die Doppelveranstaltung (Sa 70.3 Rennen und So 70.3 WM) war die Stadt so unglaublich voll, da ging gar nichts mehr. Auf solche Menschenmassen stehe ich ja nicht so vor dem Rennen, so dass ich arg froh war, dass wir dem Ganzen entkommen konnten. Wir fuhren nur noch in die Stadt, wenn es nötig war, wie zum Startunterlagen abholen oder zur Wettkampfbesprechung (die man sich allerdings auch besser hätte schenken sollen). Am Donnerstag fuhr ich die, mir bis IMG_1477dahin unbekannte, Radstrecke einmal ab. Diese Idee hatten offenbar auch andere. Die meisten allerdings in einem deutlich anderen Tempo als ich. Man oh man, wenn das deren GA1 Tempo ist, dann sehe ich für mich aber schwarz am Sonntag … oder sie machten heute schon mal ein Rennen und fahren sich bis Sonntag in den Quark (ich hoffte auf das zweite ;))!Die Schwimmstrecke schwamm ich auch zwei mal ab. Der See war ein Traum, hier machte sogar mir das Schwimmen ein klein wenig Spaß! Die Laufstrecke fuhr ich einmal gemütlich mit dem Rad ab. Zum größten Teil führte sie am See entlang, sicherlich eine der schönsten Laufstrecken, die ich bisher gelaufen bin. Aber flach war auch sie nicht :)!

Das Rennen:
Mein Start war um 11:54 Uhr, da war es schon richtig schön warm und das Anziehen des Neos eine echte Herausforderung. Da der Start der Profis über eine Stunde vor uns war, wurde die WecIMG_1478hselzone bereits 1.5 Stunden vor meinem Start geschlossen. Wie gut, dass ich jetzt die Insulinpumpe 640G habe, mit jeder anderen, nicht wasserdichten, hätte ich ein ernsthaftes Problem bekommen, da ich sie ja dann bereits an meinem Rad hätte ablegen müssen. 1.5 Stunden + Schwimmzeit ohne Insulin wäre hart geworden. Aber so alles gar kein Problem :)!
Beim Start kam ich gut weg, hier und da ein wenig Prügelei, aber schon nach ein paar Metern hatte ich meinen Rhytmus gefunden. Diese Form des Startes, finde ich doch deutlich besser als den Rolling Start. Mit einer, für mich, grandiosen Schwimmzeit kam ich aus dem Wasser. Allerdings wusste ich auch, dass ich damit hier sicherlich nichts gerissen habe. Kurz nach dem Radaufstieg traf ich auf Marco, der mir sagte, dass mein Abstand zu Platz 5 fünf Minuten betragen würde. Meine Platzierung sagte er mir nicht, womit mein Gefühl bestätigt wurde, dass macht er nämlich immer, wenn er irgendwann keine Lust mehr hat, die Mädels vor mir zu zählen 😦 (Anm. d. Red.: ich war 38.)!
Wir (alle Mädels AK 35-39) waren die 15. Startgruppe und dementsprechend voll war auch die Strecke .. zu voll. Nach 20km kam dann mein Highlight der Strecke, der Berg mit 14km Anstieg. Hier konnte ich einige Plätze gut machen. Auch runter lief es gut, schade nur, dass der Spaß bei km 45 vorbei war, jetzt war es, mal von ein paar kleinen Wellen abgesehen, flach. Eher nicht so mein Ding, aber sicherlich gutes Hawaii Training ;)! Wieder in der Wechselzone angekommen, war ich bereits auf Platz 8 vorgefahren.
Mittlerweile leistete die Sonne ganze Arbeit und es war nicht viel Schatten auf der Strecke. IMG_1467Und hier war es jetzt richtig voll. Wasser und Eis an den Verpflegungstellen zu ergattern wurde zu einem Überlebenskampf. In der Stadt stellte mir dann noch ein anderer Athlet, der wohl nicht mehr gerade aus laufen konnte, ein Beinchen. Ausweichen ging nicht, viel zu voll, und zack lag ich da. Na super, die technische Abfahrt super gemeistert aber jetzt in der Stadt das Pflaster mal näher betrachten. Zum Glück nichts weiter passiert und weiter gings. Hin und wieder traf ich auf Marco, der anscheinend bei der Masse an Athleten auch langsam den Überblick über meine Platzierung verloren hatte. Sicher war aber, dass ich mich noch ein Stück nach vorn vor gearbeitet hatte.
Ich war froh, als ich das letzte Mal in die Stadt zur Finish Line laufen konnte, heute hätte die Laufstrecke wirklich keinen Meter länger sein sollen. Dort stand ein Bekannter von mir aus Bonn und rief mir zu „Du bist vierte“. Nein, laufe ich jetzt gerade wirklich als vierte durchs Ziel??? Jaaa, es war so! *Unglaublich* *Happy*!!

Eigentlich hatten wir gar nicht geplant zur Awards Party zu gehen, aber nun schnell Rad auschecken, duschen und zurück in die Stadt nach Zell am See, den Pokal wollte ich mir doch abholen :)!

Ein Kommentar zu „4. Platz bei der 70.3 Weltmeisterschaft (AK)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s