Ironman WorldChampionship Hawaii

Das Rennen:
Kurz bevor die Pro-Männer zurück kamen, begann das Rennen für uns Age Group Frauen. Wie auch letztes Jahr verließ ich den Pazifik nach 1:16, also mit jeder Menge Potential nach oben ;)! Im Gegensatz zu meinen beiden letzten Starts auf Hawaii kam ich aber ohne ledigliche Probleme durch T1 und war überglücklich bereits nach drei Minuten auf dem Rad zu sitzen.
Die ersten Kilometer auf dem Rad waren relativ windstill und vergingen wie im Flug. IMG_1564Am Anstieg Richtung Hawi wurde es dann aber ungemütlich, der Wind drehte ordentlich auf und es begann ziemlich stark zu regnen. Der Regen hörte nach ein paar Kilometern wieder auf, doch der Gegenwind blieb bis Kona. Auf dem Rückweg hatte ich das Gefühl alleine auf dem Highway unterwegs zu sein. Hin und wieder überholte ich mal ein zwei andere Teilnehmer, dann wieder lange nichts … Nur ich, der Gegenwind und die unendliche Lavawüste … Habe ich schon mal gesagt, dass ich der Rad- und Laufstrecke auf Hawaii wirklich so gar nichts abgewinnen kann ;)? An der letzten Verpflegungsstation machte ich meinen ersten großen Fehler des Rennens, ich füllte meine Flasche zu wenig auf, so dass ich die letzten 15-20 km ohne Wasser/Iso auskommen musste. Eher ungünstig bei den Temperaturen.
Dementsprechend machte ich in T2 auch eine längere Pause an der Wasserbar, bevor ich meine Gelflasche einsteckte und mich erneut auf den Weg Richtung Highway machte. Nach einer Meile verlor ich meine Gelflasche, stoppte, hob sie auf, steckte sie wieder ein um sie nach kurzer Zeit aber an den Straßenrand zu werfen … Sie nervt. Das war der zweite große Fehler meines Rennens. Dies bekam ich erstmals bei km 10 zu spüren, als ich mir dann alternativ ein Gel am Verpflegungsstand nehmen wollte. Das erste, was ich IMG_1561griff war Vanilla Bean. *Urgh* gerade schwer vorstellbar, also wühlte ich in der Gelkiste rum, nachdem aber auch das 30., das ich griff auch Vanilla Bean war, musste ich wohl einsehen, dass es nur Vanilla Bean gab. Und ich sage euch, kochendes Vanilla Bean war noch schlimmer als ich es mir vorstellte. Ab jetzt also nur noch Kohlenhydrate über Iso, Redbull und Cola … hätte ich mal meine Gelflasche mitgeschleppt :(! Bei den Temperaturen wurde es mit der Flüssigkeitszufuhr und Kühlung zunehmend schwerer, so dass ich schon früh versuchte die Frodo Taktik zu fahren: Sprint zum Verpflegungsstand, Vollbremsung, gehen und dabei so viel Schwämme und Wasser wie möglich ergattern (gerne auch gleich in großen Flaschen), in die Eistonne hüpfen und dann Sprint zum nächsten Verpflegungsstand. Das mit dem Gehen an den Verpflegungsständen klappte ganz gut, die Sache mit dem Sprint dazwischen eher weniger und Vollbremsung .. brauchte ich nicht ;)! Na ja, man sollte neue Taktiken ja auch immer erstmal im Training üben ;)! Bei km 26 rutschte mein Blutzucker dann ganz ordentlich in den Keller (das fehlende Gel machte sich bemerkbar)! Zum Glück gab es bei km 28 die Special Need Station, wo ich eine weitere Gelflasche deponiert hatte. Leider war mir ca 1km vorher schon so schwindelig, dass ich die Station nur wandernd erreichen konnte, mit meiner Gelflasche in der Hand setzte ich die Wanderung fort bis mein Blutzucker sich wieder einigermaßen gefangen hatte. Das war am Ausgang des Energy Labs. 12132401_10153180923322218_4049629947883320889_oAb da konnte ich wieder laufen. Zum Glück, denn auf eine ausgedehnte Wanderung bei den molligen Temperaturen auf dem herrlichen Highway hatte ich nämlich gerade gar keine Lust. Kurz bevor man vom Highway abbiegt und nur noch die letzten 2 km vor sich hat, steht immer die Hannes Hawaii Tours Gruppe und feuert einen so unglaublich an. Das ist für mich immer wieder ein toller, besonderer Moment des Rennens, der einen das erste Mal die Schmerzen vergessen lässt. Vielen, vielen Dank (auch für das schöne Foto) Jungs und Mädels, ihr seid spitze. Ab jetzt geht es nur noch bergab und dann auf die Finishline. Wahnsinn, es war ein hartes Rennen mit dem ich trotz meiner zwei Fehler und der kleinen Wanderung beim Marathon sehr zufrieden bin. Bestzeit, 12. in meiner Altersklasse und vierte deutsche Frau (inklusive Profis) und das bei einer WM :)!

Dankbar:
Dies war ein schöner Abschluss einer sehr erfolgreichen Saison, die ich ohne Unterstützung ganz sicher so nicht geschafft hätte. Daher möchte ich Danke sagen: Meinem Trainer Christian … Ich denke hier muss ich nicht mehr zu sagen, die Ergebnisse sprechen für Dich … DANKE!!! Meiner Freundin und Ärztin Ursula … Gerade im Leistungssport ist eine medizinische Betreuung besonders wichtig, ich bin froh, eine so gute Ärztin an meiner Seite zu haben.
Ein ganz, ganz lieber Dank geht an meinen Freund Marco, der mich immer unterstützt und im Gegensatz zu mir immer die Nerven behält und mich auch in den Wochen vor dem Wettkampf erträgt (da kann ich mich ja manchmal selbst nicht ertragen ;)).
Danke an meine Schwester und Emanuel, die mich nicht nur nach Lanzarote, sondern auch nach Hawaii begleitet haben und eine große Unterstützung waren.
Besonders danke ich meinem Papa, der ebenfalls mit auf Lanzarote und auch in Zell am See war, sich am 10. Oktober die Nacht um die Ohren geschlagen hat und mit seinen Gedanken ganz doll bei mir war. Danke Papa, dass Du immer hinter mir stehst!
Außerdem freue ich mich riesig über die Unterstützung meiner Partner und Sponsoren, die mir mein Sportlerleben ein wenig vereinfachen:): Bewotec GmbH, Skinfit, Robinson Wellfit Bonn!
Vielen Dank auch an die Firma Medtronic, die es mir durch ihr Produktunterstützung möglich macht den Sport trotz Diabetes so ausüben zu können.

Nun freue ich mich auf die Offseason :)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s